Jeder DSL Nutzer steht irgendwann einmal vor der Wahl, auf welche Weise er seine Geräte miteinander vernetzen möchte. Die häuslichen Gegebenheiten spielen dabei ebenso eine Rolle wie persönliche Vorlieben und Ansprüche. Eine perfekte Methode zur Vernetzung existiert leider nicht. Aber mit dem nötigen Hintergrundwissen, kann man leicht eine Entscheidung in die ein oder andere Richtung fällen.
Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Möglichkeiten, um per DSL ins Internet zu gehen:
- Die schnurgebundene Ethernet Verbindung
- Die kabellose W-LAN Verbindung
- Die Vernetzung über das Stromnetz
- Die POF Vernetzung (Polymer Optical Fiber)
Alle vier Arten verfügen über Vor- und Nachteile, die wir Ihnen hier vorstellen möchten.
3. Das Stromnetz (Homeplug / Powerline)

Neben den beiden bisher genannten Methoden der Verkabelung steht eine dritte Alternative zur Verfügung: Das Stromnetz.
Vorteil: Jeder hat es, denn überall gibt es Stromleitungen. Die zugrunde liegende Technologie ist heute als Homeplug bekannt. Das funktioniert so, dass Sie für jedes Gerät, welches im Netz beteiligt ist, also auch für den DSL-Router einen Homeplug-Adapter benötigen. Dieser wird jeweils in eine Steckdose gesteckt und dann per RJ-45 Kabel (also ein normales Netzwerkkabel) mit dem Gerät, also z.B. Router oder PC, verbunden. Auf diese Weise können problemlos mehrere Stockwerke miteinander verbunden werden.
Im Handel sind dazu Starterkits erhältlich, die in der Regel zwei Adapter umfassen. Achten sollte man darauf, dass die Adapter bereits für den Betrieb mit 200 Mbit/sec. ausgelegt sind (wie z.B. das Devolo dLan 200 AVeasy Starterkit). Denn im Handel werden auch noch die älteren Geräte angeboten, die maximal 14 Mbit zur Verfügung stellen. Hier heisst es aufgepasst!
Tests mit dem Gerät von Devolo haben übrigens ergeben, dass der Betrieb auch mit dem Entertain Media Receiver der Telekom einwandfrei funktioniert (siehe dazu den Extra Beitrag zum Thema Devolo und Entertain). Dieser ist nötig, um Tripleplay Angebote zu nutzen (siehe Multimedia Geräte). So sparen Sie sich unter Umständen eine weit teurere W-LAN Bridge (Speedport W100), bei der es zudem bei größeren Distanzen zu Sendeproblemen kommen kann.
Wie beim W-LAN produziert aber auch die Stromleitung Strahlung. Die Stromleitungen sind für die „Zweckentfremdung“ als DSL-Überträger ja auch nicht geschaffen worden und verfügen über keine spezielle Abschirmung. Auch abhörsicher ist diese Methode nicht. Zwar ist es nicht möglich, dass der Nachbar mithört, aber von draussen kann der Netzwerkverkehr mittels Richtantenne angezapft werden.
Unter dem Strich ist diese Methode dann empfehlenswert, wenn tatsächlich mehrere Stockwerke überbrückt werden müssen, was mit W-LAN oft nicht zu meistern ist, selbst unter Einsatz von Repeatern. Insofern ist dieser Weg der Vernetzung der flexibelste, denn eine freie Steckdose ist fast in jedem Zimmer vorhanden. Auch wenn einmal ein Rechner in einen anderen Raum "umzieht", ist lediglich das Umstöpseln des Adapters in eine andere Steckdose nötig.
Die Übertragungsgeschwindigkeit ist mit bis zu 200 Mbit/sec. sogar schneller als bei den anderen hier vorgestellten Vernetzungsarten (abgesehen davon, dass mit dem W-LAN Standard 802.11n bis zu 300 Mbit/sec. möglich sind). Allerdings fallen hier auch die höchsten Zusatzkosten an, da ein Starterkit mit zwei Adaptern im Handel mit 80 150 Euro zu Buche schlägt.
Wertung
+ sehr flexibel
+ hohe Übertragungsgeschwindigkeit
- Elektrosmog
- nicht von Hause aus abhörsicher
- hohe Zusatzkosten
zur Übersicht LAN Vernetzung
zur Übersicht WLAN Vernetzung
zur Übersicht POF-Vernetzung
Falls Sie mehr als die vier LAN-Ports benötigen, die Ihnen Ihr DSL-Router zur Verfügung stellt, empfehlen wir Ihnen den Beitrag über Netzwerk Erweiterung
(Extra Beitrag zum Thema Devolo und Entertain).
Die Telekom startet ab Januar 2009 einen Feldversuch mit eigenen Powerline-Adaptern. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, könnte es schon bald Stromnetz-Adapter aus dem Hause T-Home geben.
Aktuell: Es gibt inzwischen auch das Stromnetz von der Telekom, nämlích die T-Home Powerline Adapter, siehe T-Home Powerline